Deserted Island Koh Rong

Ralf, Yvonne, Liz und ich wurden nach unserem Frühstück gegen sieben Uhr morgens von einem Fahrer abgeholt, der uns zu der Fähre bringen sollte, die uns dann schließlich zur Insel Koh Rong bringen würde. Als wir es uns auf zwei harten, langen Bänken auf der Ladefläche des Lastwagens bequem machten, fing es in Strömen an zu regnen. Ja, die Regenzeit hatte definitiv begonnen, aber wenn es regnet dann lediglich für ein paar Stunden, allerdings schon etwas heftiger, würde ich behaupten. Die Plastikwände des Lastwagens waren nicht sonderlich wasserdicht und so waren wir nach einigen Minuten klitschnass. Der Fahrer fuhr mit rasantem Tempo über die rote Sandstraße und lud ständig weitere Touristen ein, auch wenn schon lange kein Platz mehr war. Es war schon sehr witzig, im Nachhinein. In dem Moment war uns allen glaub ich nur kalt und wir waren müde, da es so früh am Morgen war.

Die Fähre war danach sehr entspannt. Wir konnten es uns auf dem Dach bequem machen, einige der anderen Reisenden sonnten sich auf dem türkisen Boden. Es hatte aufgehört zu regnen und graue, hübsche Wolken verzierten das Landschaftsbild. Die Fahrt dauerte ungefähr zwei Stunden und man konnte viele kleine Inseln auf dem Weg erkennen, unter anderem gab es eine sehr kleine Insel, auf der es nur einen Tempel gab.

Als wir uns dann Koh Rong näherten stockte uns der Atem. Es war wunderschön. Wir hatten zuvor gehört, dass es eine nette Insel sein sollte, die schöne Strände haben sollte, aber das was uns erwartete überstieg jegliche Erwartungen. Die Insel hatte keine Straßen. Es gab lediglich einen wunderschönen Sandstrand, an welchen sich ungefähr über höchstens fünfzig Meter erstreckte! Bürgersteige oder desgleichen gab es auch nicht. Schuhe musste man keine tragen, höchstens Flip Flops. Der Ort war paradiesisch und war wohl einer dieser Plätze auf der Welt, wo alles noch anders ist. Der Strom wurde nachts abgestellt und es gab Generatoren, die am Tag für Elektrizität sorgten.

Wir blieben zwei Nächte, schwammen im türkisfarbenen Wasser, bei Tag und bei Nacht. Der Sonnenbrand kehrte leider wieder zurück. Das Plankton war magisch, man konnte es nachts im Wasser leuchten sehen, wenn man seine Hände ganz schnell hin und her bewegt. Außerdem erkundeten wir die Insel ein bisschen, liefen durch den Urwald, passierten Baumhütten und entdeckten abgelegene weiße Strände. Der mutige Ralf schlitzte sich schließlich seinen Fuß an einer Muschel auf, als er von einem Steg ins Wasser sprang, aber unser schwule Doktor Narimann kümmerte sich sehr nett um die Verletzung. Unsere Truppe war schon absolut unterhaltsam! Wir spielten unzählige Runden mit Karten und man lernte über die verschiedenen Spiele der jeweiligen Heimatländer unser Gruppenmitglieder. Nicht zu vergessen ist auch das Spiel „Never have I ever“ oder wie es noch gleich hieß. Wie dem auch sei, der Ort war malerisch und bisher der Beste auf meiner Reise. Schade, dass geplant wird dort einen Flugplatz zu errichten. In einigen Jahren wird dieser schöne Ort sicherlich nur noch halb so schön sein.