Sihanoukville & Otres Beach

In Sihanoukville kamen wir kurz vor dem Sonnenuntergang an. Ralf gaben die Hoffnung schnell auf, dass wir noch den Sonnenuntergang über dem Meer bestaunen können werden. Stattdessen machten wir uns also zu dritt auf die Suche nach einer neuen Unterkunft. Als wir jedoch an der Unterkunft ankamen, von der wir viel Gutes gehört hatten, mussten wir leider feststellen, dass das Gebäude vor einigen Wochen abgerissen wurde. Stattdessen organisierten wir uns schnell ein Tuk Tuk mit einem netten Herren. Wir verhandelten und nahmen auch noch den netten Deutschiraner Nariman mit in unsere kleine Kabine, da er etwas verloren aussah und auch noch auf der Suche nach der passenden Unterkunft war. So ging es dann in der Dunkelheit zum zehn Kilometer entfernten Otres Strand, von dem mir die Amerikanerin Liz, die ich aus Dong Hoi kannte, erzählt hatte. Wir waren also zu viert und uns konnte nichts passieren, auch wenn es schon etwas merkwürdig wurde, als unser Fahrer die Hauptstraße verlies und in die Dunkelheit auf unbefestigten Schotterstraßen weiterfuhr.

Der Otres Strand sei der schönste Strand nahe der Stadt. Dort gab es lediglich eine rote Sandstraße, an welcher sich eine Strandbar nach der anderen anreihten. Einige dieser Bars hatten auch Schlafmöglichkeiten. Wir kehrten schließlich in das Hostel Done Right ein, das ein Schwede mit seiner Freundin gemeinsam betrieb. Die Speisekarte war absolut super, weil es viele kleine Spezialitäten gab, sogar welche aus Schweden. Die Toiletten und Duschen ließen allerdings zu wünschen übrig. Es war wohl das Schlimmste, was ich bisher gesehen hatte, aber für 3$ die Nacht stellt man sich natürlich nicht an.

Am nächsten Morgen konnten wir endlich den Strand bei Tageslicht bestaunen, am Abend zuvor nahmen wir nur das Geräusch der Wellen in unseren Ohren wahr, denn es war absolut dunkel, als wir in unseren Holzstühlen unser Bier tranken. Das Wasser war türkis und der Sand absolut weiß und schön. Die Sonne brannte gegen zehn Uhr in der Früh schon in der vollen Stärke auf uns nieder. So machten Ralf und ich es uns also im Schatten bequem, schlugen unsere Handtücher auf den Liegen aus und widmeten uns unseren Büchern. Yvonne hingegen machte es sich in der brennenden Sonne im Sand bequem und wurde sogleich von drei Kambodschanerinnen belagert, die es auf Yvonnes Haarwuchs abgesehen hatten. Diese Damen kamen mit ihren großen Hüten und ihren Plastikköfferchen, in welchen sie alle ihre notwendigen Utensilien hatten. Erstaunlich wie diese Damen alle Haare von Yvonne entfernten und das mit nur einem kleinen weißen Faden, der aussieht wie Zahnseide. Mich wollten sie auch überzeugen, dass es sich lohnt für ihre Dienste zu bezahlen, doch blieb ich mit einem „No, no. Thank you.“ standhaft.

Die Standbars waren natürlich alle mit Internet ausgerüstet, was die Kommunikation mit der Außenwelt natürlich wieder einmal etwas erleichterte. So stellte sich heraus, dass Liz auch grade am selben Ort sei! Die Welt war so klein, denn im nächsten Augenblick stand sie vor uns und unsere Gruppe hatte sich einmal wieder vergrößert. Ich freute mich sie wiederzusehen, hatten wir uns doch schon an so vielen Orten in Vietnam getroffen.

Zusammen liefen wir die Sandstraße entlang und suchten uns eine nette Bar. Yvonne musste zwischenzeitlich unbedingt noch ein Foto von einem „Blame Canada“ Schild machen, da sie ja Kanadierin war. Schließlich betraten wir aber eine Bar namens Everythang oder so ähnlich. Von außen konnten wir nette Musik wahrnehmen und drinnen erwarteten uns ein paar Hippie Reisende, die wohl grade ihre eigene Party hatten, aber dennoch als Kellner arbeiteten. Ich staunte mal wieder nicht schlecht, als ich ein bekanntes Gesicht vor mir sah. Diesmal handelte es sich um den Briten Wat, den ich von der Busfahrt zwischen Luang Prabang nach Vang Vieng aus Laos kannte und der neben mir saß. Jeder schlägt wohl irgendwie dieselbe Route ein. Naja, ansonsten kann man die Strandbar nicht besonders beschreiben. Wir tranken unser Bier, bestaunten den Sonnenuntergang und hatten eine tolle Zeit miteinander. Am Ende beschloss Liz kurzerhand mit uns mitzureisen, denn am nächsten Tag sollte die nächste Station angepeilt werden, die Insel Koh Rongs