Local Kuta in Lombok

Mein Einheimischer hatte mir den Tipp gegeben, dass es wohl in Kuta in Lombok ganz toll sein sollte. Er selber war noch nicht dort gewesen, konnte er es sich glaub ich nicht leisten groß durch die Welt zu reisen und selbst die Nachbarinsel war für ihn eine Entfernung wie von Hamburg nach München wie vor Hundert Jahren, so kam es auf jeden Fall rüber. Ich las nur schnell die ersten fünf Zeilen über diesen Ort im Lonely Planet und dort hieß es „Imagine a crescent bay, turquoise in the shallows and deeep blue further out. It licks a huge, white-sand beach, as wide as a football pitch and framed by headlands. It’s deserted, save for a few fishermen, seaweed farmers and their children,“ und mir war klar wo die Reise als nächstes hingehen sollte. Mein Einheimischer versprach mir einen guten Preis für das Ticket, aber ich bestand darauf mich erst nach den Preisen bei den Ständen an der Straße zu erkundigen. Dort fand ich dann sogar auch jemanden, der mir es für noch günstiger geben wollte und auf diesen Preis konnte ich schließlich auch das Ticket vom Einheimischen bekommen. Ich fühlte mich einfach besser es bei ihm zu kaufen, tat ich ihm damit wohl eher eine Freude als dem Straßenverkäufer.

Am Morgen versuchte ich zum Abschied mal das Frühstück mit Toast und Omelett, was allerdings nur halb so gut wie der Bananenpfannkuchen war. Natürlich verabschiedete sich der Einheimische von mir und ich fühlte mich wieder wie eine Nomadin, als ich mit meinem großen Rucksack auf den Schultern und den kleinen Rucksack auf der Schulter über die Kopfsteinpflaster davonzog. Es war noch früh am Morgen und die Fähre von Gili Trawangan hinüber auf das Festland von Lombok fuhr erst mit einer Verspätung von einer Stunde ab. Das kleine Fährschiff hatte es ziemlich in sich. Es war bestimmt nur knapp über zehn Meter lang und hatte diesmal auch keine Stützen an den Seiten, die es bei starkem Wellengang vor dem Umkippen schützen. Um die ganze Sache noch mehr auf die Palme zu treiben wurden schließlich um die sechzig Leute in dieses kleine Holzboot geladen, wobei es ziemlich stark hin- und herschaukelte, wenn auf der einen Seite zu viele Leute standen. Wir mussten immer wieder aufrücken und vor unseren Füßen wurden die ganzen Reiserucksäcke aufeinandergestapelt. Schließlich hörte ich rechts von mir meinen Namen rufen und das übernächste Mädchen fragte, ob ich mich an sie erinnern konnte. Ich musste einen kurzen Moment überlegen und sie half mir mit einem „Kuta, Bali?“ auf die Sprünge. Ja, es war eine Holländerin, die ich im Hostel in Kuta abends irgendwann nach meiner Rückkehr nach einem langen Tag draußen auf den Steinbänken vor dem Hostel kennengelernt hatte. Ich erinnerte mich ebenfalls, dass sie damals grade begonnen hatte mit dem Reisen und dass sie mich an das Gefühl erinnert hatte, wie ich mich am Anfang fühlte, etwas unsicher, weil alles so unglaublich anders ist. Nun war sie in ihrer dritten Woche und hatte unterwegs eine andere Holländerin getroffen, die jetzt neben mir saß. Wir quatschten ein bisschen und schauten uns hin und wieder erschrocken an, als das Boot umzukippen schien.

Auch mit den Herren zu meiner Linken kam ich, nach einem weiteren Aufrückversuch, ins Gespräch. Er kam aus Malibu in Kalifornien und war mit seiner Frau am Reisen, die uns gegenüber saß und einen großen Hut trug. Die beiden waren fasziniert von meiner Geschichte und den ganzen Ländern in welchen ich auf eigene Faust unterwegs war und stellten mir, wie viele Leute, die man unterwegs trifft, die üblichen Fragen. Das Gespräch mit Ihnen gab der ganzen Sache jedoch in gewisser Weise eine andere Perspektive, hatten sie auch schon viele Länder bereist und waren sie definitiv nicht die typische Sorte von Amerikanern, die ich während meines Austauschjahres vor sechs Jahren teilweise kennengelernt hatte.

Als wir schließlich nach gut einer Stunde sicherer Fahrt auf Lombok ankamen, stürzten sich gleich wieder die ganzen Taxifahrer und Ticketmänner auf einen. „Show me you ticket? This way,“ und führten einen zu ihren Pferdekutschen. Ich hatte schon fast vergessen, wie das manchmal nerven konnte, weil niemand einem sagen kann, wo es denn nun hingeht. Ich hatte mein Ticket zwar auf Gili T von meinem Einheimischen gekauft, aber auch er wusste nicht wie die Zwischenstopps genau aussahen und meinte nur, dass es irgendwann mit dem Auto weitergeht. Naja, von Autos war am Ufer aber weit und breit nichts zu sehen und einer der Kutscher sagte mir was von „Hurry, it’s far away. Only 15 minutes,“ sodass ich mich geschlagen gab und einen Preis von 1,40€ aushandelte. Er half mir beim Einladen des Rucksackes in die Kabine der Kutsche, die der eines Tuk Tuks entsprach und schlug dem Pferd mit der Peitsche auf den Popo. Mir tat das Pferd sehr leid und ich fühlte mich etwas schlecht, dass ich das auch noch mit meiner T axifahrt unterstützte. Die Hufe trampelten auf der Asphaltstraße und nach sieben Minuten ließ mich der Fahrer schließlich an einer zentralen Sammelstelle raus, wo ich schließlich auch wieder auf das kalifornische Pärchen und einige andere Reisenden stoß. Natürlich hatte sich mein Taxifahrer auch nur ausgedacht, dass es keine Zeit gäbe. Wir warteten schließlich noch gut eine halbe Stunde bis es mit einem kleinen Minivan weiterging.

Relativ schnell stellte sich dann heraus wie atemberaubend schön die Insel Lombok war. Ich hatte einmal wieder das Glück, dass der Fahrer mich neben ihn auf den Beifahrersitz verfrachtet hatte. Die Straßen waren im Gegensatz zu Bali echt angenehm vom V erkehr her, der eigentlich kaum vorhanden war. Ab und an konnte man einen Mitsubishu sehen, auf dessen Ladefläche oft irgendwelche Jungs mitfuhren. Auch die Pferdekutschen gab es hier und die Motorroller natürlich sowieso. Die Fahrt vom Norden der Insel runter in den Süden nach Kuta sollte um die drei Stunden dauern. Die Insel an sich ist nicht wirklich groß und hat nur einen Durchmesser von um die 40 Kilometer, aber die Straßen schlängeln sich durch das Landschaftsbild und ab und zu kam man durch eine Kleinstadt, wo es dann etwas langsamer vorwärts ging. Am Anfang fuhren wir auf einer Küstenstraße und es war wirklich überwältigend, wenn man von hoch oben über das wunderschöne Meer, den Strand und die grüne Natur schauen konnte. Ich hatte glaub ich noch nie zuvor so viele Facetten von grün und blau gesehen, es war malerisch und so verging die Autofahrt schließlich wie im Flug.

Wir näherten uns Kuta und mir war schnell klar, warum mir der Einheimische diesen Ort empfohlen hatte. Hier gab es noch das lokale Leben und nur wenige Touristen scheinen sich hierhin zu verirren. Zunächst war ich wie üblich wieder etwas skeptisch als unser Fahrer von einem Gästehaus sprach, das ganz gut ist und wo er uns raus ließ, man weiß ja nicht wie die Leute hier zusammen arbeiten und wie sie die Touristen übers Ohr ziehen wollten, doch sah es dort echt nett aus. Es gab sogar einen Pool und das Frühstück war auch inklusive und das alles zum Schnäpfchenpreis von nur 120.000 Rupia. Auch die zwei Holländer, die mit im Van saßen wollten sich die Unterkunft angucken, mussten sie vorher allerdings unbedingt was essen gehen, da sie meinten sonst zu sterben. Als ich dann zu meinem kleinen Zimmer mit Terrasse schlenderte, wurde ich gleich nett von meiner neuen Nachbarin begrüßt. Sie war auch Holländerin, ich glaub der holländische Imperialismus ist noch nicht vorbei, hieß irgendwas mit Maurolein und war auch alleine unterwegs. Auf den ersten Eindruck schätzte ich sie auf Mitte dreißig und sie freute sich sehr über meine Anwesenheit, da sie schon seit ein paar Tagen hier war und nicht wirklich viele Leute kennengelernt hatte. Wir quatschten ein bisschen über unsere kleine Trennwand und sie erzählte mir von der Gegend hier und dass sie sich die letzten Tage einen Roller gemietet hatte, mit dem sie das Umland erkundet hatte. Ich meinte, dass ich das auch geplant hatte, mir jedoch unsicher war, ob es gefährlich sein könnte, weil ich auf meiner Reise wirklich schon die schlimmsten Verletzungen gesehen hatte. Sie versicherte mir jedoch, dass es absolut kein Problem sei und lud mich gleich ein, mit ihr am nächsten Tag eine Tour zu unternehmen. Da war er also wieder, der perfekte Zufallsmoment! Natürlich willigte ich ein. Ich verabschiedete mich und meinte, dass wir uns später bestimmt noch sehen würden, ansonsten spätestens morgen Früh. Dann machte ich mich auf in Richtung Wasser. Das Meer zieht einen wirklich förmlich an. Egal an welchen neuen Ort man kommt, eigentlich ein merkwürdiges psychologisches Phänomen.

Der Himmel war etwas bewölkt und eine leichte Brise flog durch mein Haar. Zunächst fand ich den Zugang zum Strand nicht und lugte erst durch eine leere Bar, ob man dort vielleicht durchgehen konnte. Ich entdeckte einen Einheimischen, den ich dann fragte, ob ich durch seine Hintertür zum Strand gehen könnte und er willigte lächelnd ein. Im nächsten Augenblick stand ich dann auf weißen Sand und vor meinen Augen war einmal wieder das Paradies sichtbar. Ich weiß auch nicht, aber jeder Strand hat einfach seine ganz persönliche Eigenart. Dieser Strand erstreckte sich um eine Bucht. An den Rändern waren große Hügel bzw. schon fast Berge zu sehen und in der Mitte des Strandes ragten einige kleine Felsen aus dem Wasser. Dort standen drei einheimische Angler oder auf Englisch ausgedrückt Fisherman. Nachdem ich bereits meine fünfzehn Fotos geschossen hatte, kletterte ich vorsichtig zu ihnen, nicht dass ich sie störte, die Felsen waren schon ein bisschen größer, weil ich dort noch ein paar mehr gute Motive erkannte.

Am nächsten Morgen erwachte ich wieder früh, ganz zu meiner Freude. Meine innere Uhr weckte mich bereits gegen sieben und so konnte ich in Ruhe den Tag beginnen, saß auf meiner Terrasse und begrüßte nach und nach die ersten Angestellten, die sich wohl darüber wunderten, dass ich als Tourist freiwillig so früh wach sei. Irgendwann nahm ich schließlich einen Wecker wahr, der klingelte. Da das Abenteuer Asien nun ja in den letzten Zügen war und ich danach ja auch noch ein Leben haben würde, war es mittlerweile auch an der Zeit dieses ein wenig zu organisieren. Ich machte mich auf in die Lobby, um mir einen neuen Zugangscode für das Internet zu holen, was wirklich nervig ist. Dort wurde mir auch das Frühstücksmenü gereicht, das aber mal wieder wenig vielversprechend war und im nächsten Moment stand auch schon wieder der Bananenpfannkuchen vor mir.

Maurolein tauchte auch irgendwann auf und meinte, dass einer ihrer Arbeitskollegen und dessen Freundin ebenfalls mit uns kommen würden. Maurolein war übrigens Krankenschwester in einer Intensivstation in Laiden und 37. Unsere Roller mieteten wir uns von einem Typen neben unserer Unterkunft. Der Spaß kostete 3€ pro Tag, also warum nicht. Ich hoffte, dass mir keiner den Roller klauen würde, oder einen der Spiegel abmontieren würde so wie in Vietnam und natürlich würde ich jetzt immer für die Parkplätze bezahlen, jetzt wusste ich ja wie das so lief. Ich freute mich ebenfalls über die T atsache, dass mein Roller nun sogar automatisch funktionierte und ich nicht manuell schalten musste. Einen Helm gab es natürlich nicht. Nachdem ich meine T asche unter dem Sitz verstaut hatte und die große Wasserflasche vorne bei meinen Füßen verstaut hatte, ging es also los mit den drei Holländern. Zunächst hielten wir jedoch noch schnell an der Nachbarshütte, um zu tanken. Dort standen Absolut Wodka Flaschen, in denen Benzin war und welche man dann kaufen konnte. Ich muss gestehen, dass das schon recht witzig war, Alkohol und los geht’s? Wir mussten dann ja auf der linken Straßenseite fahren, aber das war echt einfach, der Verkehr war ja nicht vorhanden. Dann hielten wir noch an einem kleinen französischen Bäckerladen und die Holländer luden sich noch schnell ein paar Stücke Kuchen ein. Maurolein war ja nun bereits geübt mit ihren Touren und es war toll einfach nur mitfahren zu müssen, da sie die Navigation übernahm und wir ihr nur hinterher fahren mussten. Sie legte allerdings ein Affentempo vor und das Pärchen und ich mussten zusehen, dass wir hinterher kamen. Wir hielten allerdings öfter mal an, um ein paar Bilder zu machen, mein Handy hatte ich mir in mein Hosenbund gesteckt, um es schnell in greifbarer Nähe zu haben. Dann ging es auch schon die ersten Hügel hinauf und bald konnten wir weit hinunter ins Tal auf Kuta zurückblicken und man konnte mehrere Kilometer Strand und Küste erkennen. Bezaubernd! Die Straße war einfach perfekt und der perfekt blaue Himmel rundete das Ganze noch ab. Es war ein unglaubliches Freiheitsgefühl und nach wenigen Minuten fragte ich mich bereits, ob das vielleicht das hier vielleicht der beste Tag auf dieser ganzen Reise war? Eigentlich mag ich das nicht, etwas als „bestes“ zu bezeichnen, diskriminiert es ja in gewisser Weise all die anderen Tage. Auch den Begriff „beste Freundin“ hatte ich vor mehreren Jahren das letzte Mal verwendet, weil jede Freundschaft und so auch jeder Tag ja ganz besonders an sich ist. Die Tachoanzeige meines Rollers, der übrigens Monster hieß und von Honda war, funktionierte nicht, also hatte ich keine Ahnung wie schnell ich fuhr.

Wir passierten kleine Hütten und ab und an standen Ochsen am Straßenrand, die dort munter und gechillt vor sich hin grasten. Manchmal stand auch ein Einheimischer mit Hut neben ihnen, wenn er eine Herde vorwärts trieb. Ich lächelte und nickte den Einheimischen freundlich zu und meistens erwiderten sie meinen Gruß und dass toppte den Glücksmoment. Sie lebten einfach nur ihr Leben hier und verbrachten einen weiteren Tag ihres Lebens hier in ihrer Heimat und ich war um die Welt gereist und dennoch hatten wir diesen kleinen gemeinsamen netten Moment eines Grußes. Einige Kinder streckten auch den Arm aus, sodass man einschlagen sollte, das traute ich mich dann allerdings nicht.

Gegen zehn erreichten wir dann den ersten Strand namens Mawun. Ich fasse mich kurz: Der Strand glich in etwas dem von Kuta nur war er ungefähr doppelt so schön. Der Sand war weißer, es gab fast keinen Müll, das Meer war noch türkisfarbener und die Felsen um die Bucht waren noch schöner und größer. Also mal wieder unglaublich alles. Es war allerdings um einiges windiger und so mussten wir unsere Sarongs beim Ausbreiten gut festhalten und schwere Gegenstände auf die Ecken legen, sodass sie nicht einfach wegwehen würden. Ich schnappte mir meine T aucherbrille und tauchte ins Wasser. Es ging schnell tief hinunter und die Wellen waren ziemlich ausgeprägt. Auf dem Meeresboden konnte man erkennen dreißig Zentimeter breite Hügelchen erkennen, die von den Wellen geformt wurden, von Fischen war weit und breit jedoch kaum was zu sehen. Man kann ja nicht alles haben, wenn man schon so ein tolles glasklares türkises Wasser hat, so darf man auch nicht davon ausgehen, dass es unter Wasser große Korallenlandschaften geben würde, also war es schon in Ordnung.

Schließlich ging es nach gut zwei Stunden brutzeln in der Sonne und bestimmt vier Kapiteln des Buches „A Tale for the Time Being“ von Ruth Ozeki weiter. Glücklicherweise waren noch alle unsere Spiegel vorhanden und die 50 Cent Parkgebühr an die Einheimischen hatte sich als lohnenswerte Investition herausgestellt. Der Weg zum nächsten Strand war allerdings etwas holpriger nach einiger Weile. Es gab keine T eerstraße mehr und die Schlaglöcher waren enorm. Maurolein war schon hinterm Gebüsch verschwunden und auch das Pärchen sauste bald an mir vorbei. Ich malte mir schon aus, dass Monster mich bald auf den Boden schmeißen würde und ich dann auch so schöne aufgeschürfte Knie haben würde, wie all die anderen Reisenden, die ich bereits getroffen hatte. Aber nein, es stellte sich mal wieder heraus, dass wenn man einfach die Ruhe bewahrt und sich ein wenig Zeit für eine Herausforderung nehmen würde, alles schon werden würde. So rollte ich schließlich auch auf den kleinen Parkplatz des Strandes, schnappte mir meine kleine Tasche und mein Wasser und gesellte mich zu den anderen unter eine Palmenhütte. Ein paar wenige Einheimische hatten ihre Auswahl an Snacks und Getränken ausgebreitet und mit unseren hungrigen Mägen bestellten wir uns ein paar Instant Nudeln aus einem Plastikbecher. Yum Yum, sag ich bloß. Sie schmeckten ganz lecker. Wenn man hungrig ist braucht man nicht viel. Der einheimische Verkäufer dort war auch ganz nett und meinte, dass er auch am Fasten anlässlich des Ramadan sei. Er zeigte allerdings auf zwei seiner Freunde, die das nur einen Tag durchgezogen hatten und dann bereits aufgaben. Die Wellen hier am Strand, der übrigens Mawi hieß, waren ziemlich groß und einige australische Surfer hatten sich hier ebenfalls hinverirrt und trauten sich dort sogar raus auf das Wasser, für Anfänger wie mich eher ungeeignet, würde ich mal sagen. Nach dem Mittagessen machten wir uns dann bereits schnell wieder auf den Weg zum nächsten Strand. Auf der holprigen Straße wurde ich diesmal auch von einigen Surferjungs überholt, die ihre Boards in einer extra Vorrichtung am Roller mittransportieren, ich hatte den Vermieter meines Rollers vorher gefragt, ob er das bei mir nicht abmontieren könne.

Es folgten also wieder tolle Asphaltstraßen, ein Affentempo, nun gaben wir nämlich alle Vollgas, hatten wir uns mit unseren Rollern angefreundet, eine wunderschöne Landschaft, ein unglaubliches Freiheitsgefühl und schließlich kamen wir am Selong Blanak Strand an, wo wir dann den Rest des Tages chillten, schwammen, Bücher lasen und quatschten. Ich baute meine nicht vorhandenen Holländisch-Kenntnisse aus und war erstaunt, dass es mit dem Verständnis meist ziemlich gut klappte. Die Sprache ist dem Deutschen und besonders dem Plattdeutschen schon ziemlich ähnlich. Antworten tat ich dann aber schon auf englisch.

Nachdem wir schließlich den Rückweg einlegten, stöpselte ich mir meine Kopfhörer ein, wählte meine „Travels“ Playliste aus und dann düsten wir nach Hause. Es war wunderbar und ich war froh den Tag mit diesen netten und amüsanten Holländern verbringen zu dürfen. Als wir schließlich wieder zurück in Kuta waren und unsere Roller zurückgegeben hatten, zeigte uns Maurolein ihr Lieblingsrestaurant und wir aßen leckere Pizzen und tranken unser kühles Bintang. Gleichzeitig ging ein weiterer Tag in Asien zu Ende und der Sonnenuntergang über den Hügeln zeigte sich von seiner besten Seite in schönen Orange- und Rottönen. Schließlich machten wir uns auf den Weg in Richtung der kalten Dusche.

Mit nassen Haaren chillte ich grade ein wenig auf meiner Terrasse als mein anderer Nachbar ankam. Er meinte, ob ich ihn denn wiedererkennen würde und ich war zunächst ein wenig verwirrt. Dann erinnerte ich mich, dass er auf der Fähre von Gili T nach Gili Air auch mit seinem Surfbrett gewesen war und wir quatschten ein wenig. Er kam aus London und war bestimmt Mitte dreißig und in der Software Industrie tätig. Ich frage ihn, ob er nicht Lust hätte mit uns noch auf ein Bier in eine Bar einzukehren und er nahm das Angebot gerne an. Er war glaub ich fast zwei Meter groß und Maurolein, die glaub ich um die 1,85cm war, freute sich glaub ich sehr über unseren neuen Anhang. Wir stellten fest, dass das Pärchen wohl eine kleine Mittagstunde eingelegt hatte, da es etwas zerknirscht wirkte, als wir bei denen an der Tür klopften und sie hielten auch nicht lange durch, da das Mädchen wohl eine leichte Magenverstimmung hatte. Dezent verabschiedete auch ich mich schließlich von Maurolein und den Typen, hatte ich doch festgestellt, dass die beiden wohl ziemlich auf einer Wellenlänge unterwegs waren. Schön zu sehen, wenn zwei sich so gut verstehen und ich fragte mich, in welchem meiner beiden Nachbarzimmer die beiden wohl nächtigen würden, es sah nämlich sehr danach aus, dass da eventuell etwas gehen könnte.