The Last Little Route

Nachdem ich noch einige Tage in Kuta verbracht hatte und noch ein paar Mal surfen war, ging es dann schließlich wieder weiter. Ich war mir etwas unschlüssig wohin ich genau aufbrechen sollte und entschied mich dann für die kleine Nachbarinsel Nusa Lembongan, vergleichte kurz einige der Ticketpreise von den vielen „Tourists Information“ Ständen entlang der Haupttouristenstraße in Kuta und machte mich am nächsten Morgen gegen halb sechs in der Früh auf den Weg. Es war noch stockdunkel als ich das Hostel verließ, auch abends ist es schnell und früh dunkel, wohl so gegen sieben. Man merkt wirklich, ,dass man sich so nahe am Äquator befindet und nun ja auch zum ersten Mal auf der Südhalbkugel!

Der Kleinbus, der mich schließlich gegen viertel nach sechs abholen sollte, kam dann erst eine Stunde später. In Asien gehen die Uhren wirklich anders. Es war interessant zu sehen, wie nach und nach Leben in die Straße vor meiner Nase eintraf. Motorräder passierten, Frauen trugen diese kleinen Blumenschachteln in Bananenblättern vor ihre Haustüren, in welcher sie Räucherstäbchen steckten. Dies ist irgendeine Tradition die bösen Geister zu vertreiben oder so. Man findet diese überall auf dem Bürgersteig.

Gegen acht Uhr ging es dann auf das öffentliche Fährboot, dass rüber auf die andere Insel fahren sollte. Einen Anleger gab es es nicht, man musste durch das türkise Wasser stiefeln und sich so an Bord begeben. Es war ein kleines Holzboot, dass auch mit zahlreichen Lebensmitteln beladen wurde. Sogar ein Motorroller wurde von drei starken Indonesern durch das Wasser auf das Boot gehieft. Auf dem Wasser musste man schon so einige große Wellen aushalten und es war gut, dass das Boot zum Ausgleich solche Stützen nach außen hin hatte, die dem Ganzen Balance gaben.

Die Insel war traumhaft. Auch wenn der Himmel etwas bedeckt war, so konnte man wunderschönes türkisblaues Wasser sehen. Der Sand war weiß und es war ein ruhiges neues Plätzchen, das ich dort betrat. Natürlich erwarteten uns schon wieder zahlreiche Einheimische, die uns in ihre Unterkünfte locken wollten und so versuchte ich schnell meinen großen Rucksack aufzuschnallen und das Weite zu suchen. Der Sand war ziemlich tief und das vorranschreiten gestaltete sich etwas schwierig. Ich band meine Turnschuhe an den Schnürsenkeln zusammen und warf sie über meinen Hals. Oh, es war so schön. Ich vertraute auf meine Intuition und hoffte, dass ich in die richtige Richtung lief, aber da die anderen Ankömmlinge auch in die Richtung liefen, mussten sich dort wohl die Unterkünfte befinden.

Schonbald stolperte ich über ein nettes Café und beschloss mir ein leckeres Frühstück zu gönnen. So konnte man in Ruhe ankommen und das Treiben in Ruhe beobachten. An dem Café sammelten sich nach und nach andere Rucksacktouristen, die auf eine Fähre zu den Gili Inseln warteten. Das Continental Frühstück war dann ganz okay, der Kaffee natürlich kein Tchibo Kaffee und deswegen nur halb so köstlich, aber man kann ja nicht alles haben.

Schließlich machte ich mich dann weiter auf den Weg zur Suche einer Unterkunft. Es ist immer dasselbe Spielchen, die günstigste Unterkunft zu finden. Ich hatte mir vorweg wieder eine günstige Option im Internet rausgesucht und wollte sie nun finden. Ein Indonese quatschte mich dann allerdings von der Seite an und überzeugte mich, in eine seiner Hütten einzuziehen. Es war des selbe Preis und ich hatte Platz für mich. Schnell stellte ich meinen Rucksack in das große Zimmer ab, das an einer Wand wirklich etwas unschön aussah, da es dort wohl schimmelte, aber ich wollte ja nur eine Nacht bleiben. Ich hatte schon durchaus Schlimmeres gesehen und Kakerlaken entdeckte ich zum Glück nicht.

Dann wollte ich mir die neue Gegend ein wenig angucken und am Strand spazieren gehen, die Schuhe ließ ich „zuhause“. Eine Promenade gab es nicht. Kleine Gästehäuser reihten sich dich nebeneinander und da grade Flut war, musste man manchmal an den Tischen vorbeilaufen, da der Sand mit türkisen Wasser bedeckt war. Nach fünf Minuten traf ich auf zwei Deutsche, die ich bereits auf dem Boot kennengelernt hatte. Wir hielten einen kleinen Smalltalk und dann musste ich weiter auf Erkundungstour gehen.

Das Wasser war flach und ich sah Einheimische im Wasser stehen, die an irgendetwas zu arbeiten schienen. Man konnte auch kleine Zäune erkennen, die aus dem Wasser herausragten. Als es plötzlich in Strömen zu regnen begann, flüchtete ich in ein Café, das zum Glück vor meinen Augen auftauchte, zu dem Zeitpunkt war ich schon ein gutes Stück gelaufen und es waren nur noch vereinzelte kleine Hütten zu sehen, in denen die Einheimischen lebten. Der Kellner war wirklich nett und meinte, dass ich auch ohne was zu bestellen den Schauer abwarten könnte. Da er nach einiger Zeit allerdings nicht aufhören zu schien, machte ich es mir mit etwas Knobibrot und guter Lektüre auf den harten Stühlen gemütlich und blieb ein bisschen länger als gedacht. Auch ein französisches Pärchen war froh über das Dach über den Kopf.

Dann zog ich schließlich doch weiter und fing an zu bereuen, dass ich meine Schuhe nicht mitgenommen hatte, musste ich doch ab und an über Nebenpfade meinen Weg folgen, da man nicht immer im Sand laufen konnte. Ich entdeckte die Hinterpfade und sah wie die Menschen dort lebten. Es gab viele Hühner und Hähne die ihr Leben hier zu genießen schienen. Sie liefen quer durch die Gegend und auch sie versammelten sich teilweise am Strand. Der Kellner hatte mich darüber aufgeklärt, dass die Menschen hier „Seaweed“ anbauten, dass sie dann nach Japan verkauften. Dort wird es für die Herstellungen von Seifen und desgleichen verwendet. Das Landschaftsbild auf dieser Insel war wirklich ein Traum und ich folgte dem Strand so weit es ging. Irgendwann machte ich es mir wieder in einer Strandbar gemütlich und traf dort ebenfalls wieder auf das französische Pärchen. Wir schmunzelten schon ein wenig, denn immer wenn wir uns wiedersahen fing es an zu regnen. Ich spielte mit dem Gedanken einen der Motorradfahrer darum zu bitten mich für den Rückweg mit zurück zu meiner Unterkunft zu nehmen, dann beschloss ich allerdings doch von meinen eigenen Füßen Gebrauch zu nehmen.