Nightbus to Luang Prabang

Als wir nach unserem Trekking Abenteuer grade wieder in Luang Namtha angekommen waren, erkundigten wir uns noch schnell nach den Bussen in Richtung Luang Prabang. Es stellte sich heraus, dass in einer halben Stunde ein Nachtbus fährt. Dieser würde dann am nächsten Morgen gegen 6 Uhr in der Früh ankommen. Ohne zu zögern beschlossen wir nun also mitzufahren.

Wir hatten lediglich zwanzig Minuten, um zu unserem Gästehaus an der nächsten Ecke zu eilen. Lillys größter Wunsch war es noch schnell zu duschen, aber das war nun ja leider nicht mehr möglich. Da es in fast allen Unterkünften der Fall ist, dass man gegen Mittag auschecken muss, hatten wir unsere Rucksäcke hinter dem Tresen der Rezeption verstaut. Deswegen hatten wir natürlich auch kein Zimmer, um uns noch schnell aus unseren (immer noch) nassen Klamotten zu befreien. Wir waren wirklich unter Zeitdruck. Da die Empfangshalle zu dem Zeitpunkt glücklicherweise menschenleer war, zogen wir einfach nur schnell die obersten Sachen aus dem Rucksack und zogen uns einfach dort schnell um. Auch wenn ich es bisher noch nicht geschafft hatte meine Wäsche zu waschen, waren alle Klamotten besser, als das was ich nach dem Trekking und dem Flussbad anhatte.

Auch der Mann, der uns die Bustickets verkauft hat, wusste wie spät wir dran waren. Also hatte er uns schon ein kleines Tuk Tuk organisiert, dass vor dem Eingangstor unserer Unterkunft auf uns wartete. Nachdem schließlich auch Sashi reingesprungen kam, ging es also in Eile wieder Richtung der zehn Kilometer entfernten Busstation. Der Begriff „Eile“ entspricht in Laos aber einer anderen Art als der von zuhause! Unser Tuk Tuk knatterte so schnell es konnte, mit gefühlten vierzig km/h über die holprige Straße. Da es lediglich ein Dach, aber keine Wände gab, konnten wir den schönen lauwarmen Sommerwind und einen atemberaubenden Sonnenuntergang genießen.

Irgendwann machte der Fahrer dann kurz Halt auf der Straße und verwies auf eine Menschenmenge am rechten Straßenrand. Auf einem Feld waren um die 100 Leute versammelt. Es handelte sich um einen Raketenwettbewerb, bei dem derjenige einen Preis gewinnen konnte, der die schönste Rakete bauen konnte. So ganz verstanden hab ich das nicht wirklich. Einige flogen höher als andere, vielleicht bestand darin der Unterschied? Feuerwerke kamen ja nicht heraus. Auch etwas verwunderlich, dass jeder einfach so eine Rakete bauen konnte. Bis dahin hatte ich das laotische Volk eher nur in Hütten gesehen oder an Essensständen, aber sicherlich nicht in geheimen Laboren vermutet.

Wie dem auch sei, an der Busstation stellte sich dann natürlich heraus, dass der Bus nach laotischer Zeit abfahren würde. So hatten wir also noch knapp eine Stunde Zeit. Wir schätzten uns glücklich darüber, dass es an dieser Busstation zum Glück so um die zehn Essensstände gab, also viel mehr als an dem verlassenen Busbahnhof an der Grenze zu Thailand. Natürlich konnte man nicht gleich daraus schließen, dass es auch essbar war! Es gab komische Fleischspieße, irgendwelche Tintenfische und verkohlte Fische, die auch hier wohl schon den ganzen Tag auf dem Grill gelegen hatten. Wie mir mein Onkel Doktor zuhause schön erklärt hatte, hielt ich mich mal wieder an das Motto „Cook it, peal it or leave it“. Mit einigen Früchten und abgepackten Keksen konnte man wohl nichts falsch machen. Dies war also wieder ein laos-style Abendessen.

Obwohl wir schlimme Geschichten über die neunstündige Busfahrt von Luang Namtha nach Luang Prabang gehört hatten, konnten wir uns doch sehr glücklich schätzen, dass der Bus nur zu dreiviertel gefüllt war. Die meisten anderen waren Einheimische. Ein allein reisender Slowake war auch mit dabei, den wir später noch an verschiedensten Orten wiedertreffen sollten. Leider wurde es bald dunkel, sodass man von der Landschaft nicht viel sehen konnte. Ich hatte schon von anderen Reisenden gehört, dass Laos über eine bezaubernde Landschaft verfügt. Neben dem Nationalpark hatte ich allerdings noch nicht so viel davon gesehen. Und im Dschungel sieht man ja auch nur die Bäume neben sich. Der Mond schien hell, sodass man die Konturen der Berge ein bisschen erkennen konnte, vor allem jedoch die tiefen Abhänge direkt neben der Straße. Der Fahrer fuhr mit rasender Geschwindigkeit von einer Kurve um die nächste. Von Zeit zu Zeit konnten wir das Hupen hören, wenn wieder mal eine Kurve bevorstand und der Fahrer den Gegenverkehr warnen wollte.

Irgendwann war es dann allerdings soweit, als wir begriffen, warum wir vor dieser Fahrt gewarnt wurden. Die asphaltierte Straße endete und es folgten nun nur Schotterwege, die der große Bus bewältigen musste. Auch wenn Nachtbusse den Vorteil hatten, dass man das Geld für die Unterkunft sparen konnte, angenehm war etwas anderes. So fuhren wir also von Stunde zu Stunde. Da es um 20 Uhr abends bereits stockdunkel war, dachte man gegen 22 Uhr es sei bereits tiefste Nacht. Gegen 2 Uhr hielt der Bus dann in irgendeiner Geisterstadt. Ich glaube, dass der Busfahrer dort wohnte, weil er irgendwelche Sachen aus dem Haus holte. Da es natürlich keine Toiliette an Bord des aus China kommenden Busses gab, mussten Sashi und ich uns unser stilles Örtchen irgendwo zwischen den Hütten suchen. Was für ein Abenteuer! Nachdem einige Busjungs noch schnell irgendwas am Motor am hinteren T eil des Busses herumschraubten, ging es weiter. Gegen sechs Uhr in der Früh waren wir endlich in Luang Prabang.