Private Drive to Vang Vieng

Obwohl Luang Prabang eine sehr nette Stadt war, hatten wir nach zwei Tagen genug. Sashi, die Inderin, wollte eigentlich direkt nach Burma fliegen, aber Lilly und ich konnten sie spontan überzeugen mit uns weiter in den Süden nach Vang Vieng zu kommen. Wir hatten nämlich gehört, dass es ein sehr netter Ort sei für verrückte Geschichten.

In der vorherigen Nacht hatten wir spontan irgendwelche anderen Reisenden kennengelernt, die uns fragten, ob wir mit denen nach Vang Vieng fahren wollten. Es waren Engländer und Australier und wirklich nette Leute. Leider hatten wir am Nachmittag bereits unsere Tickets für einen anderen Bus gebucht. Am nächsten Morgen waren wir uns dann also unsicher, ob das Angebot der coolen Leute noch aktuell war. In der Nacht kann man natürlich viel sagen, wie es am nächsten Morgen aussieht, ist natürlich noch eine andere Sache. Aber wie es der Zufall wollte, arrangierten wir per E-Mail, dass die Jungs uns abholen sollten. Da man auf Grund der unpraktischen Roaming Geschichte unterwegs kein Internet hat, beschlossen wir doch auf Nummer zu gehen und unsere gebuchten Tickets in Anspruch zu nehmen. Wir saßen in einem kleinen, absolut engen, stinkenden Minibus. Mit dem Gefährt sollten wir sechs Stunden durch die Berge in den Süden fahren? Es ging einfach nicht. Sashi und ich, von Platzangst überwältigt, beschlossen dann spontan auf die Jungs zu warten, ob sie kommen würden oder nicht. Lilly hatte bereits ihre Kopfhörer aufgesetzt und lebte in ihrer Trance Musik, sodass sie unser Drama nicht nachvollziehen konnte. Also blieb sie im Bus sitzen. Der Busfahrer musste also unsere Rucksäcke wieder vom Dach des Minibusses holen und alle Insassen waren wohl etwas genervt von uns. Nach laotischer Zeit ist er dann schließlich eine Stunde später erst abgefahren als geplant.

Die Zeit vergeht hier einfach anders. Als Reisender musst du dich wirklich immer fragen, welcher Wochentag grade überhaupt ist. Irgendwann merkt man auch, dass es am besten ist keine Pläne zu machen, sondern einfach in den Tag hineinzuleben, einfach zu gucken was der Tag bringt. Ein tolles Gefühl, wenn man es zu schätzen weiß!

Dann tauchte Leon, der Australier, plötzlich auf. Ich konnte ihn aus der Entfernung erkennen und wir winkten uns zu. Sashi und ich folgten ihm zu deren privatem Bus, da dieser nicht auf den öffentlichen Busbahnhof fahren durfte. Wir stiegen ein und wurden herzlich begrüßt und dann ging es los. Man hatte zwar etwas mehr Platz als in dem Bus, mit dem Lilly nun schon vorgefahren war, aber auch nicht wirklich sehr viel mehr. Ich quetschte mich zwischen einen Australier und Engländer in die erste Reihe. Es ging los, es gab Bier und die Landschaft, die an uns vorbeizog war wunderschön. Ein Engländer machte Musik an, die ich noch nie gehört hatte. Ebenfalls einer der tollen Dinge, die man als Reisender entdeckt, musikalische Bildung, denn jeder hört schließlich irgendwie doch andere Musik.

Unser Fahrer beschloss dann an irgendeiner Aussichtsplattform anzuhalten, um sich Mittagessen zu holen. Ich sah, dass auch ein Bus dort stand, der dem ähnelte, mit welchem Lilly losgefahren war. Als ich ihren Rucksack mit dem aufgestickten gelben Smiley sah, konnte ich den Zufall kaum fassen. Wir waren für die Mittagspause und den tollen Ausblick wieder vereint und aßen gemeinsam Chips und Ananas. Lilly bestellte, wie stets zuvor, einfach nur Fleisch. Wir waren echt eine witzige Dreiergruppe, da Sashi absolute Vegetarierin war.

Weiter ging es schließlich. Die wunderschöne Landschaft kann man leider nicht in Worte fassen. Unser Fahrer hatte es wirklich drauf und schlängelte sich mit hoher Geschwindigkeit durch die Serpentinen, benutzte die Hupe häufiger als andere und hat glaub ich das ein oder andere Mal irgendwelche Hühner überfahren, die in den kleinen Dörfern, die schlecht asphaltierte Straße überqueren wollten. Es war ein Abenteuer. Die Jungs im Bus waren verrückt und hatten diesen witzigen unterschiedlichen englischen Akzent.