Trekking within Nam Ha National Park

Am nächsten Tag beschlossen wir einen Trekking Trip in den naheliegenden Nationalpark zu unternehmen. Kaum zu glauben, aber bei Tageslicht gab es sogar etwas Leben in Luang Namtha. Wir fanden ein nettes Café, das von Engländern betrieben wurde. Dort arbeiteten viele internationale Leute, die während ihrer Reise ein bisschen Geld dazuverdienen wollten. Ich bin mir allerdings nicht sicher, was für ein Visum sie hatten. Meines Erachtens kann man nämlich mit dem normalen Touristenvisum, das ich hatte, nicht einfach irgendwo jobben. Nachdem wir uns dort also mit einem schönen englischen Breakfast gestärkt hatten, buchten wir dort unseren eintägigen Trekking Trip.

Gegen zehn Uhr wurden wir dann von einem kleinen Minibus abgeholt. Neben uns drei Mädels war noch ein englisches Pärchen, Nina und Adam, mit an Bord. Zwei Laoten fuhren uns ungefähr 45 Minuten über Schotterstraßen in den naheliegenden Dschungel. Das Gute war, dass Wasser und das Mittagessen inklusive war und wir es, Gott sei Dank, nicht mit uns herumschleppen mussten.

Als wir ankamen, mussten wir mit einem kleinen Boot zunächst einmal einen kleinen Fluss überqueren. Einer unserer Tourguides musste zunächst allerdings erst mal das Wasser aus dem Boot schaufeln. Aber dann ging es so richtig los. Wir folgten kleinen Trampelpfaden durch die Wildnis. Über Stock und Stein folgten wir den Anführer, der uns mit schlechtem Englisch erklärte, wo das unten am Abhang Reis angebaut wird. (Im Nationalpark?) Die ersten zwanzig Minuten waren trotz der brechenden Hitze ganz okay. Dann zeigte einer der Führer auf einen entfernten Berg und meinte, dass wir dort hoch klettern würden. Es folgten dreistunden klettern durch den tiefsten Dschungel. Der Weg hätte schmaler nicht sein können. Die Steigung betrug zur meisten Zeit so 45 bis 80 Grad. Ich glaub es war das härteste Sportprogramm, das ich je erlebt hatte. Uns lief förmlich das Wasser am ganzen Körper hinunter. Die Natur war ein Traum. Noch nie hatte ich solche riesigen Bambusbäume gesehen. Es gab die größten und buntesten Schmetterlinge. Wir erzählten uns Geschichten und manchmal fing der der Tourguide an irgendwelche Lieder zu pfeifen. Irgendwann hatte man einfach kein Zeitgefühl mehr, da wir nur liefen und kletterten und uns bückten, um durch irgendwelche Sträucher zu kommen. Wir hörten Gras Hüpfer und Vögel zwitschern. Nach einer gefühlten Ewigkeit kamen wir schließlich an irgendeiner Lichtung an, wo wir unsere Rast zum Mittagessen einschlugen. Bänke und Tische gab es natürlich nicht. Die Guides breiteten große Banananblätter auf dem Boden aus, die sie mitgebracht hatten. Diese sollten für uns als Tisch dienen. Darauf wurde dann eine Art Kürbispaste raufgekippt und jeder von uns bekam ein Päckchen Reis und Omelett, welche ebenfalls in Bananblätter eingepackt waren. Wir dippten den leckeren Sticky-Reis in die Kürbispaste und es schmeckte wirklich köstlich. Messer und Gabel gab es natürlich auch nicht. Da wir auf dem bloßen Dschungelboden saßen mussten wir immer wieder die roten Ameisen und Käfer vertreiben. Obwohl wir uns ganz oben auf einen der Berge befanden, konnte man leider nicht in die Ferne gucken, um die Aussicht zu genießen, da überall Bäume waren. Man konnte nur ein wenig erahnen, um welch schöne Aussicht es sich von dort handelte. Natürlich wäre es schöner gewesen, wenn es eine Art Plattform gegeben hätte, sodass man über die Bäume hinweg gucken könnte. Wir befanden uns jedoch in einem Nationalpark, also konnten wir schon verstehen, dass die Natur lieber sich selbst überlassen werden sollte.

Nach der Rast ging es weiter, bergauf und schließlich dann bergab. Wir fühlten nicht nur alle Muskeln in unseren Beinen, sondern auch an unseren Armen mit denen wir uns an den Bambusbäumen abstützen oder hochzogen. Irgendwann entsprang ein kleiner Fluss aus einem Felsen und wir folgten diesem Richtung des Hauptflusses unten ins Tal. Als wir nach fünf oder sechs Stunden Wanderung dort ankamen, mussten wir unsere Schuhe ausziehen, um ans andere Ufer zu gelangen. Das Wasser stand uns bestimmt bis hoch über den Knien. Zum Glück war die Strömung nicht allzu stark (Es war grade Trockenzeit). Die Steine am Grunde des Flusses machten es aber schon recht schwer, elegant ans andere Ufer zu gelangen. Drüben angekommen entfernte einer der Führer von Lillys Fuß schnell einen Blutegel. Zum Glück wurde ich davon verschont! Wir befanden uns nun an der Stelle, an der zwei kleine Flüsse ineinander flossen. Dort gab es auch einen großen Baum mit einer Liane. Ehe wir uns versahen, stand einer unserer Tourguide in seiner wunderschönen Unterhose vor uns, spielte Tarzan und schwang mit diesem Art Seil in den Fluss. Die mutige Lilly tat es im gleich, jedoch ohne ihre Unterwäsche zu präsentieren. Das Wasser sei an dieser Stelle so tief, dass man noch nicht einmal stehen konnte meinte sie. Und dann war ich an der Reihe. Ich dachte mir, wenn nicht jetzt, wann dann? Auch wenn die Wasserfarbe des Flusses eher braun als türkisblau war, nahm ich schnell meine Uhr ab, nahm Anlauf und „schups“ war ich im Wasser! Herrliches Gefühl, besonders nach diesem harten Workout der letzten ewigen Stunden.

Nachdem wir an dem herrlichen Ort noch ein bisschen in der Sonne verweilten und trockneten, ging es weiter. Wir hatten zwei weitere kleine Nebenflüsse zu überqueren. Ich war wirklich dankbar, dass mir der Führer mit der tollen Unterhose, half ans andere Ufer zu gelangen. Auf der anderen Seite des Ufers mussten wir dann nur noch einen verhältnismäßig kleinen Abhang hochklettern. Dort wartete nämlich schon unser Luxus Van auf uns. Wir öffneten alle Fenster, der Fahrer drehte die Musik auf und wir fuhren im Sonnenuntergang zurueck in Richtung Zivilisation.