Unknown Journey towards Chiang Saen

Am nächsten Tag ging ich morgens früh los, um zu schauen, wo sich die Busstation in dem kleinen Dörfchen befand. Man muss sich ja irgendwie rumfragen und da die Leute kein Englisch sprechen, dauert es halt etwas länger. Gegen Mittag führ wieder so ein Großraumtaxi in die Richtung, in die ich wollte. Wir waren wieder eine witzige Truppe. Ältere thailändische Omis, die mit ihren Einkäufen in irgendein anderes Dorf unterwegs waren oder Omis mit kleinen Kindern, die sich über ihre unterschiedlichen Chips spreiteten, die sie aßen. Einige stiegen aus, andere ein. Wir fuhren über Stock und Stein. Mein Rucksack war irgendwo auf dem Dach des Taxis befestigt. Ich verstand kein Wort von den herzhaften Gesprächen während der zweistündigen Fahrt Richtung Mae Salong. Wir mussten darauf achten, dass wir die Fensterschiebetüren geschlossen halten, wenn wir Kinder am Straßenrand entdeckten, die auch nach Ende des Neujahrsfestes noch nicht genug von der Wasserschlacht hatten. Nach und nach begriff ich, dass die Leute ein sehr entspanntes Leben hier führen. Thais sind witzig und nehmen alles mit Humor. Die kennen das einfach so und kennen keinen Stress, da die meisten noch nicht einmal Uhren tragen, aber das sei hier nur kurz am Rande erwähnt.

Angekommen in Mae Salong wurde mir schließlich allerdings gesagt, dass dies nicht der Zwischenstopp Richtung Chiang Sean sei, wo ich nämlich eigentlich hinwollte. Na gut, also hieß es wieder eine dreiviertel Stunde zurück durch die Serpentinen zu einer einsamen Bushaltestelle, an welcher das nächste Großraumtaxi wartete. Obwohl wir vollzählig waren und hätten losfahren können, wollte der Fahrer allerdings noch ein wenig weiter in einer Hütte auf Stelzen, die keine Wände hatte, seinen Mittagsschlaf halten. Es nütze nichts, dass wir ihn darauf hinwiesen, dass wir weiter wollten. So verbrachten wir eben dort ein wenig Zeit. Die Thais waren sehr witzig. Wir hatten unsere eigene kleine Musikparty, indem wir mit den schlechten Lautsprechern unserer Handys die tollsten Lieder anmachten. Thailändische Popmusik auf der Rückbank eines T axis. Besonders amüsant fand ich, dass dort zwei Thai Mädels waren, die ständig ihren pinken Lippenstift neu auftrugen, weil sie sich anscheinend besonders für die „coolen“ Jungs interessierten, die mit an Bord waren.

Irgendwann wurde mir dann gesagt, dass ich aussteigen sollte. Im nächsten Moment befand ich mich im nirgendwo auf der Straße. Soweit ich verstanden hatte, sollte ich in diesem Dorf in einen anderen Bus einsteigen. Ich wollte grade los, um zu fragen von wo die Busse fuhren, da bog auch schon der Bus um die Ecke. Es war einfach nur Glück! Ich glaub nämlich nicht, dass die Busse regelmäßig durch das Nirgendwo fahren. Okay, nächster Bus, nächstes Glück. Wieder nur Einheimische, der Busfahrer und ein Busmädchen mit lila Lidschatten.