Excursion through Halong Bay

Wir waren sechs Leute, die sich für einen Bootstrip zu der berühmten Halong Bucht entschieden hatten. Morgens wurden wir von zwei älteren Vietnamesen um die siebzig mit ihrem Boot vom Anleger abgeholt.

Die grauen Wolken waren immer noch unser Begleiter und schnell mussten wir uns in die kleine Kajüte verstecken, um nicht nass zu werden. Es war wirklich eine kritische Temperatur für T-Shirt und kurze Hose, weil es schon recht kühl war. Durch die kleinen Gucklöcher war nicht viel zu sehen, außer türkises dunkelblaues Wasser und die Regentropfen an der Scheibe. Die Felsen um uns herum konnte man gar nicht sehen. Na toll, für so einen Ausflug sollten wir also unser Geld verschwenden?

Nach einer gefühlten Ewigkeit klopfte ich an der Schiebetür zu den Fahrern und fragte, ob es möglich sei bei ihnen zu sitzen. Sie verstanden natürlich kein Wort Englisch, hatten aber auch nichts dagegen, dass ich mich irgendwie zwischen den Holzstangen niederlies. Die Fahrer führten kaum Unterhaltungen miteinander, es dröhnte lediglich der Motor und der Regen sowie einzelne große Felsen, die aus dem Wasser guckten, sind an uns vorbeigezogen. Es war bildhübsch, auch wenn es mit blauem Himmel sicherlich noch schöner gewesen wäre.

Irgendwann vor 11 Uhr morgens hörte es schließlich auf zu regnen und wir konnten wieder aufs Frontdeck und gemeinsam den Fahrtwind spüren. Die Zeit erschien uns ewig. Neben dem Franzosen der Engländerin und dem Niederländer waren auch noch ein amerikanisches Geschwisterpaar mit an Bord.

Natürlich hielt das Boot schließlich an einem Bootskiosk an. Zum Glück blieben wir davor verschont, dass uns wieder irgendein Kram angedreht werden würde. Wir bekamen unsere Kajaks an Bord geladen und konnten noch einen riesen Fisch bestaunen, als eine der Vietnamesinnen einige Holzbodenplatten aus dem Boden nahm. Er war bestimmt knapp einen Meter lang und wurde in einem kleinen Käfig gefangen gehalten. Mit Tierliebe ist es in Asien nicht so.

Als unsere Bootsfahrer uns schließlich in die drei Kajaks verbannten, wurde es um das Wetter zufälligerweise noch besser. Die Sonne kam zum Vorscheinen und wir paddelten um einige große Kalksteinfelsen herum. Irgendwann mussten wir schließlich unter einen Berg hindurch paddeln. Wahnsinn, wie das Meer so einen gewaltigen Tunnel in einen Kalksteinfelsen erstellen konnte. Es ging richtig tief rein in den Berg und die Umrisse der Felsen bzw. der Weg des Flusses war nur noch im Dunkeln zu erkennen, da kein Sonnenlicht mehr in den Felsen strömte. Auf der anderen Seite gab es eine verlassene Ausbuchtung des Meeres, um die herum die Hänge von weiteren Bergen zu sehen waren. Wir paddelten im Takt und bestaunten die atemberaubende Kulisse und die wunderbaren Klänge der Vögel und Insekten, die in der unberührten Natur zu Hause waren.

Schließlich hatten wir unsere Armmuskel genug benutzt und kehrten zu unserem Boot zurück. Dort hatten die beiden älteren Bootsmänner bereits ein Mittagessen für uns auf dem Deck vorbereitet. Jeder hatte eine kleine Schüssel und Stäbchen. Darum standen kleine Teller und Schüsseln mit Reis und anderen Gemüsespeisen, Schwein und Fisch. Es war sehr rustikal und lecker. Ich kann mir gut ausmalen, wie die Ehefrauen von den Bootsmänner die Zutaten von einem der vielen Märkte eingekauft haben.

Am Nachmittag ging es auf dem Frontdeck weiter durch die Felsen herum durch das Meer. Wir verbrachten eine tolle entspannte Zeit zusammen und hatten interessante Gespräche, das wir ja alle von anderen Ecken der Welt kamen. Der eine Amerikaner entwarf irgendwelche Apps für die amerikanische Regierung, der andere war Doktor in New York City. Die Engländerin war Produktmanagerin der Männerkollektion bei Zara, der Franzose hatte einen tollen Musikgeschmack und empfahl mir einige coole Lieder und der Holländer inspirierte uns mit seinen bisherigen Reiseberichten.

Auf der sogenannten Affeninsel kletterten wir schließlich über die Felsen in der Hoffnung, dass wir Freilebende finden würden. Der kaum vorhandene Kletterweg über die spitzen Felsen führte uns schließlich allerdings zu der einzigen Bungalow bzw. Wohnanlage auf der Insel. Es wirkte wohl so, als hätten wir uns durch den Hintereingang hereingeschlichen. Nach einem kalten Getränk und kleinem Beach Volleyball Spiel ging es letztlich schließlich in Richtung Hafen.